Wie werde ich "Der Allgäuer Bäcker" – Kriterienkatalog der Marke Allgäu

Das Bäckerhandwerk, als eines der ältesten Gewerke überhaupt, reflektiert in seiner  Handwerksstruktur und mit seinen Produkten die Lebensweise und die Gebräuche im Allgäu wie kaum ein anderes Gewerk. Nicht zuletzt zur Erhaltung unserer gewachsenen Dorfstrukturen ist es für das Allgäu als Kultur- bzw. Tourismusregion unverzichtbar.
Wir haben es uns deshalb zur Aufgabe gemacht, dieses Handwerk mit Blick auf die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen neu zu gestalten und somit den Schatz an Traditionen und gelebtem Brauchtum in seinem Wesen zu erhalten und für kommende Generationen zu bewahren.
 Zu diesem Zweck haben wir einen Kriterienkatalog bzw. Ethikkatalog ausgearbeitet, der uns als „Der Allgäuer Bäcker“ in eine sichere und nachhaltige Zukunft  führen soll.

Regional

  • Der Standort bzw. die Produktionsregion ist das Allgäu.(1)  
  • Er bewahrt die traditionellen Gebräuche und Lebensweisen des Allgäuer Bäckerhandwerks und trägt zum Erhalt regionaler Gebäckspezialitäten bei.
  • Er nützt so weit als möglich die Wirtschaftsstrukturen in der Produktionsregion und unterstützt den Verbleib der Wertschöpfung in der Region.

(1) (In der Definition der Allgäu GmbH):
Die Standortregion umfasst die vier Allgäuer Landkreise Lindau, Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu, die drei kreisfreien Städte Kaufbeuren, Kempten und Memmingen sowie das württembergische Allgäu mit den Städten und Gemeinden Argenbühl, Bad Wurzach, Isny, Kißlegg, Leutkirch, Waldburg, Wangen und Wolfegg.

Nachhaltig

  • Er wirtschaftet ökologisch und ökonomisch nachhaltig und schont dadurch wertvolle Ressourcen. Zudem sichert er die wirtschaftliche Substanz des Betriebes als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage für die folgende Generation.
  • Durch die Ausbildung und Weiterbildung von Fachkräften unterstützt er den Erhalt der handwerklichen Struktur des Bäckerhandwerks.
  • Zum Zwecke der positiven Darstellung des Allgäuer Bäckerhandwerks über die rein betrieblichen Bedürfnisse hinaus, beteiligt er sich an der Schaffung eines gemeinschaftlichen Werbefonds: „Der Allgäuer Bäcker“ – Werbefond(2)
  • Er beteiligt sich aktiv als Innungsmitglied am gemeinschaftlichen Entscheidungsprozess einer Allgäuer Bäckerinnung.

(2)Der Beitrag zum Werbefond staffelt sich wie folgt:

  • Grundbeitrag pro Betrieb beträgt 150 € viertel-jährlich.
  • Pro weitere Verkaufsstelle (Filiale) fallen 50 € an. 
  • Es werden max. 5 Verkaufsstellen berechnet. Der Höchstbeitrag beträgt somit 400 €/  1/4  Jahr.

3. Ursprünglich und Traditionell:

  • Er verwendet betriebseigenen Sauerteig zur Säuerung von Roggenteigen.
  • Die Backwaren stammen aus eigener handwerklicher Herstellung und werden täglich frisch gebacken.

4. Fair:

  • Eine faire Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern sowie Mitarbeitern ist selbstverständlich. Er verpflichtet sich somit zur Einhaltung geltender Bestimmungen des Manteltarifvertrages sowie der Ausbildungsverordnung.
  • Darüber hinaus pflegt er einen fairen und kollegialen Umgang mit seinen Berufskollegen. Dies beinhaltet uneingeschränkt die Wahrung des Ansehens des Berufsstandes in der Öffentlichkeit, die Achtung fremden Eigentums und der Verzicht auf jegliche Art der vergleichenden Werbung.
  • Er fördert Lehrlinge aktiv  und begleitet diese während ihrer Ausbildungszeit.    

Dies beinhaltet insbesondere:

b) die Freistellung der Lehrlinge zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ULU)

c) die Bezahlung einer übertariflichen Ausbildungsvergütung in Form des "Allgäu-Tarifs (3) für Auszubildende zum Bäcker/in bzw. zum Bäckereifachferkäufer/in. Die Höhe des Tarifs wird von Vertretern der Allgäuer Innungen festgelegt.

d) die Freistellung der Lehrlinge zur Prüfungsvorbereitung.


Er verpflichtet sich zur Bezahlung der jährlichen Lizenzgebühr an die Allgäu GmbH und unterzieht sich freiwillig der Prüfung der geforderten Kriterien durch Vertreter der Allgäu-GmbH als Kontrollinstanz.

(3) Derzeit 600,–/ 700,–/ 800,– €.